SVG - ein FM-taugliches Vektorformat für's Internet

(7.10.2002) Die IT-Strukturen der einzelnen am FM-Prozess beteiligten Unternehmen haben in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung genommen. Aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen zwischen den Branchen sind heterogene DV-Strukturen mit teilweise nicht standardisierten Technologien bzw. Datenaus-tauschformaten entstanden.

Technisch bietet das Internet alle Möglichkeiten für ein Standort- und unternehmensübergreifendes Arbeiten. Auch die notwendigen Standards für Technologien sind vom World Wide Web Consortium (W3C), welches Spezifikationen, Richtlinien, Software und Software Tools entwickelt, verabschiedet. Hierzu gehören u.a. HTML, XML, etc. Durch das W3C normierte Technologien sind plattformübergreifend, offen dokumentiert und frei verwendbar.

Im September 2001 hat das W3C das XML-basierte Datenformat Scalable-Vector Graphics (SVG) verabschiedet. In der SVG-Gruppe arbeiten Unternehmen wie Adobe, Apple, Autodesk, Corel, HP, IBM, INSO, Microsoft, Netscape, Quark, Sun und andere an der Weiterentwicklung des Datenformates.

SVG ist ein umfassendes Format und beschreibt strukturiert und in Klartext (xml) vektorbasierte Geometrie, Pixelbilder und Textinhalte. SVG eignet sich daher für jede Art von technischen Zeichnungen, Illustrationen und interaktiven Grafiken. Weiterer Vorteile liegen in der einfachen Integration in die vorhandenen Internet-technologien wie z.B. Indizierung von Suchmaschinen, Einbettung von Hyperlinks, etc.

SVG-Dateien lassen sich plattformübergreifend mit Browsern und einem kostenfreien Plugin visualisieren. Die Verbreitung von SVG wird mit Sicherheit schneller voranschreiten als die anderer nicht standardisierter, bzw. nicht offener Vektorformate. Bereits heute gibt es eine Vielzahl an Konvertierungstools und Standardsoftwarepaketen die SVG unterstützen. Die volle Integration in die Web-Browser, wie bei HTML, jpg oder gif, wird sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen.

In einer SVG-Datei für den Datenaustausch zwischen Facility Manager und Dienstleistungsunternehmen könnten z.B. folgende Informationen enthalten sein:

Durch die Einfachheit und Offenheit des Formates könnten ERP- und CAFM- Softwarehersteller die Daten leicht visualisieren, weiterverarbeiten und austauschen und somit eine Brücke zwischen den heterogenen IT-Strukturen und Technologien bauen.

Die Bedeutung des SVG-Formates für CAFM wird zukünftig immer wichtiger, da es Standard ist und den Anforderungen von FM gerecht wird. Evt. haben die spezialisierten Formate einzelner CAFM-Softwarehersteller verschiedene Vorteile innerhalb des entsprechenden Systems, aber FM ist eben ein unternehmens- und standortübergreifender Prozess mit vielen Beteiligten welcher mittel und langfristig nur dann erfolgreich sein kann, wenn die Hersteller standardisierte Technologien nutzen und ihren Kunden langfristige Investitionssicherheit bieten.

Bleibt abzuwarten wann die CAD/CAFM- Anbieter dieses Format aufgreifen und ob sie es dann auch W3C-konform belassen.

Quelle: Internet-News 10/2002